30 Oktober 2006

noerdliches pantanal


Brasilien. In den letzten drei Tagen sind wir per Fiat Uno die einzige Schotterpiste - Transpantaneira genannt - entlanggefahren, durch welche man den Norden des Pantanals erreichen kann. So waren wir unabhaengig und konnten einen Tag auf uns gestellt in der Wildnis relaxen. Das hoert sich zwar recht unspektakulaer an, war aber das komplette Gegenteil. Hier die stichpunktartige Bilanz des "Erholungstages" im Pantanal:
  • Beim Paddelen wurde ich von vier riesigen Ottern verfolgt, die ihre Jungen beschuetzen wollten (ohne meine Paddelerfahrung von Sommerfesten des Institues fuer Wirtsch.-Inf. haette dies evtl. boese ausgehen koennen).
  • Spaeter hatte ich einen Kaiman an der Angel, der den von mir gefangenen und sich noch am Angelhaken befindlichen Piranha sehr schmackhaft fand.
  • Dann wurde ich von einem Piranha, den ich an der Angel hatte, in den Daumen gebissen (ist aber nur ein Kratzer).
  • Daraufhin haben wir uns geraecht, knapp 50 Piranhas gefangen und diese an Voegel und Kaimane verfuettert.

Aus dem Panatanal zurueck, mussten wir uns gleich wieder auf eine 24 stuendige Busfahrt begeben - juhu!

27 Oktober 2006

chapada dos guimarães

Brasilien. Die wenigen Touristen, welche sich nach Cuitibá verirren, nutzen die Stadt ausschliesslich als Zwischenstop ins suedlich gelegene Pantanal. Wir haben uns heute jedoch die Landschaft noerdlich der Metropole angeschaut und sind mit einem Mietwagen umhergefahren. Die Region aehnelt sehr dem Suedwesten der Vereinigten Staaten und beherbergt den geografischen Mittelpunkt Suedamerikas sowie einige Wasserfaelle, die wir ebenfalls besuchten.


Man glaub kaum, was ein kleiner Fiat Uno im Gelaende zu leisten vermag! Immerhin erreichten wir mit "Cidade de Pedra" an einem traumhaften Aussichtspunkt, der ganze 25 km von der naechtsen befestigten Strasse entfernt war. Die beschwerliche Fahrt - wir sind zwei mal steckengeblieben - hatte sich im nachhinein auf jeden Fall gelohnt.

25 Oktober 2006

suedliches pantanal

Brasilien. Im Anschluss an eine ca. 18 stuendige - diesmal etwas angenehmere -Busfahrt sind wir in Campo Grande, dem suedlichen Tor zum Pantanal, angekommen.


Das Pantanal ist eines der groessten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde und die tierreichste Region Suedamerikas. Jeder der John Grishams Roman "Das Testament" gelesen hat, weiss wovon ich spreche... In den letzten drei Tagen haben wir diese Sumpflandschaft in einer sehr angenehmen Reisegruppe zu Fuss, zu Pferd und per Boot erkundet. Bemerkenswert sind insbesondere die unzaehligen Fogelarten, wobei mein Favorit der Tucan ist.


Das Highlight war aber eindeutig das Piranha-Fischen. Als Koeder nutzten wir Kuh-Herz, weil dies besonders zart ist. Zum Angeln sind wir dann bis auf Bauchhoehe ins Wasser gegangen und die Piranhas haben an uns "rumgeknabbert". Zumindest konnten sich die ebenfalls um uns herumschwimmenden Kaimane knabbermaessig zurueckhalten, sonst waere ich auch etwas nervoes geworden. Man sollte aber keine offnen Wunden oder Aehnliches haben, sonst kann es im Piranha-Teich auch ohne Kaimane unangenehm werden :-). Eoin hatte leider kein Glueck, wohingegen ich wenigstens zwei Piranhas fing und somit das Abendessen retten konnte.

21 Oktober 2006

itaipu staudamm


Brasilien, Paraguai. Als letzte Station vor unserer Weiterreise in Richtung Campo Grande besuchten wir den Itaipu Staudamm.

Das Bauwerk ist in jeder Hinsicht gigantisch und gehoert zu den sieben architektonischen Weltwundern der Moderne. Laut Statistik wurde hier genug Beton verbaut, um eine zweispurige Strasse zwischen Moskau und Lissabon zu errichten. Ferner wuerde der zur Konstuktion des Dammes benoetigte Stahl ausreichen, um ca. 370 Eifeltuerme aufzubauen.

Letztlich moechte ich hier aber nochmal betonen, dass der Itaupu Staudamm so ziemlich das Haesslichste ist, was ich je zu Gesicht bekommen habe. Freut euch also auf's Foto :-)

18 Oktober 2006

cataratas do iguaçu

Brasilien, Argentinien. Die 24 stuendige Anreise nach Foz do Iguaçu war recht beschwerlich: Der Bus hat extrem nach Faekalien gestunken und war nicht einmal wasserdicht, sodass ich nach einem naechtlichen Regenschauer pitschnass aufgewacht bin.


Jedoch hatten wir all dies bereits am folgenden Tag vergessen, da uns der Anblick der Iguaçu Wasserfaelle fuer all diese Strapazen mehr als belohnt hat. Die insgesamt 275 Wasserfaelle verteilen sich auf einen brasilianischen und einen argentinischen Nationalpark, wobei der erstgenannte eine bessere Aussicht und der zweitgenannte Park einen naeheren Zugang zu den Wasserfaellen ermoeglicht. Ich fuer meinen Teil bevorzugte den argentinischen Teil, wohingegen Eoin mehr von der brasilianischen Seite beeindruckt war.

16 Oktober 2006

samba schule


Brasilien. Der gestrige Besuch einer Samba Schule in Rio de Janeiro war doch recht bemerkenswert. Die unvorstellbar ueberfuellte Lokalitaet hatte weder etwas mit einer Show zu tun, noch hatte der Ort etwas schulisches an sich. Dennoch ist es wohl der beste Platz, um ausserhalb des Karnevals die brasilianische Mentalitaet kennenzulernen. Im Schnitt mussten sich etwa drei bis vier Personen einen Quadratmeter Grundflaeche in der Samba Schule teilen und tanzten wie wild. Dazu gab es Live-Musik von einer Band und vier schreienden Saengern, die jeden in Europa zulaessigen Lautstaerkepegel wohl bei weitem ueberschritten haben.

14 Oktober 2006

favelas


Brasilien. Nachdem wir die klassischen Sehenswuerdigkeiten Rio de Janeiros besucht haben, sind wir heute in einem der ca. 600 Slums (favelas) der Stadt gewesen. In einer gefuehrten Gruppe verbrachten wir den gesamten Nachmittag damit, eine favela mit sage und schreibe 300.000 Einwohnern zu erkunden. Wir sahen sehr viel Armut, wurden aber aeusserst gastfreundlich empfangen. Saemtliche favelas - so auch die von uns besuchte - werden von Drogenkartellen beherrscht. Dennoch fuehlen wir uns in der Gruppe sicher, da wir als kaufkraeftiger Besuch dort gern gesehen sind. Es war wirklich beeindruckend, diese andere Seite von Rio zu entdecken.

Das Highlight des Ausfluges war zumindest fuer Eoin die Anreise, welche per Motorrad erfolgte. Man kann es kaum glauben, aber er hatte noch nie zuvor auf einem Moped gesessen.

12 Oktober 2006

rio de janeiro


Brasilien. Gestern sind wir von Montevideo nach Rio de Janeiro geflogen und in einer komplett anderen Welt gelandet. Die Stadt ist ein Traum! Die Aussicht vom Corcovado und vom Zuckerhut ist wirklich atemberaubend. Neben der Copacabana existieren noch unzaehlige weitere Straende, einer schoener als der Andere. Der Alltag wird - zumindest in den fuer Touristen zugaengigen Stadtteilen - durch Samba und Beachlife gepraegt.

09 Oktober 2006

mate


Uruguay. Hier in Uruguay sieht man so ziemlich jede zweite Person auf der Strasse Mate trinken. Dies wirkt sehr witzig, da man hierfuer eine Thermo-Flasche, einen kleinen Becher aus irgendeiner exotischen Schalfrucht und einen eisernen Trinkhalm braucht. Der Trinkhalm hat am unteren Ende ein Sieb, welches direkt in das mit heissem Wasser getraenkte Mate-Pulver gesteckt wird.

Die ganze Sache mussten wir natuerlich auch gleich ausprobieren, haben uns das noetige Equipment organisiert und wurden in die doch recht komplexe Trinkzeremonie durch unsere Hostel-Angestellte eingewiesen. Bei dem Geschmack ist es kein Wunder, dass dieses Aufgussgetraenk Europa noch nicht erobern konnte. Auf jeden Fall ist der Koeffeinanteil im Mate doch recht beachtlich, wie ich in diesem Moment am eigenen Leibe feststellen muss...

punta del este


Uruguay. Es war schon eine grosse Erleichterung die Absteige in Montevideo nach einer Uebernachtung verlassen zu koennen. Das gesamte Haus, die Betten, die Handtuecher - einfach alles - roch nach Benzin. Den Grund dafuer moechte ich besser nicht wissen.

Nach 2,5 h Busfahrt sind wir heute gegen Mittag in Punta del Este angekommen. Hier gibt es traumhafte Straende, eiskaltes Atlantikwasser und ebenfalls ziemlich schaebige Unterkuenfte fuer sehr wenig Geld. Insgesamt ist es hier viel weniger exotisch als ich angenommen hatte - man koennte sich auch irgendwo in Spanien an der Costa Brava befinden.

Da hier noch zeitiger Fruehling herrscht und es dementsprechend frisch ist, wirkt die zur Hochsaison wohl ziemlich ueberlaufene Stadt aber angenehm ruhig und laed zum Entspannen ein. Dies werden wir jetzt auch gleich praktizieren, indem wir ein kleines Fisch-Restaurant austesten. Bon Appetit.

08 Oktober 2006

die schweiz suedamerikas


Uruguay. Heute haben wir nach 2.5 h Faehr- und 2 h Busfahrt das erste exotische Reiseziel erreicht: Montevideo in Uruguay. Da Uruguay hier als die Schweiz Suedamerikas bezeichnet wird, befinden wir uns also im Pendant zu Bern. Allerdings kann Montevideo bei diesem Vergleich nicht wirklich mithalten. Die einzige Parallele zwischen den beiden Staedten ist im relaxten Lebensstil der Einwohner zu sehen. Ansonsten ist Montevideo eher eine Kleinstadt und hat nich viel zu bieten. Deshalb geht es Morgen auch schon wieder weiter nach Punta del Este.

06 Oktober 2006

multikulti und mehr


Argentinien. Wie schon berichtet, teilen wir uns ja einen Schlafsaal mit 4 weiteren Backpackern. Insgesamt sind 5 unterschiedliche Nationen im Zimmer. Neben Eoin und meiner Wenigkeit als Vertreter Irlands und Deutschlands schnarchen zwei Israelis, ein Amerikaner und ein Englaender mit uns um die Wette.

Deshalb waren wir auch schon recht frueh auf den Beinen und haben den "Rest" von Buenos Aires per pedes erkundet. Die Stadt hat eine super schicke Universitaet direkt in Hafennaehe zu bieten - da koennte man glatt neidisch werden. Aussergewoehnlich ist auch der Friedhof im Stadtteil Recoleta. Dieser wirkt fast wie eine kleine, unheimliche Stadt und besteht aus riesigen Gruften, in die man hineinschauen kann. Dabei blickt man direkt auf die Saerge der ehemaligen High Society von Buenos Aires.

Die zentralen Ecken der Stadt haben wir nun also besucht und werden deshalb schon morgen nach Montevideo (Uruguay) aufbrechen. Vorher gibts aber nochmal ein Steak zum Abschied (ich sehe den Herrn Major Schwerz schon vor Neid platzen) und eine Tango-Show, um saemtliche Touri-Klischees zu bedienen.

05 Oktober 2006

fliegen


Deutschland, Grossbritannien, Argentinien. Schon bloed, das diese englischen RTW-Tickets auch in Grossbritannien starten muessen, nach knapp 36 Stunden war es aber dann doch geschafft: Hoyerswerda - Berlin - London - Frankfurt - Sao Paulo - Buenos Aires. In London Heathrow habe ich mich mit Eoin getroffen - ab da ging es zusammen weiter.

Das schlechte Unterhaltungsangebot der Lufhansa hatte den Vorteil, dass man regelrecht schlafen musste und dadurch der JetLag hoffentlich besser zu ueberwinden sein wird.

Nachdem unser favorisiertes Billig-Hotel ausgebucht war, sind wir in einem Hostel gelandet und teilen uns ein Zimmer mit 4 weiteren Personen. Nach der wohlverdienten Dusche ging es zu Fuss durch das Zentrum von Buenos Aires zusammen mit Kelin aus Connecticut, einem unserer Zimmer-Mitbewohner. Neben dem Praesidenten-Palast, auf dessen Balkon sich die beruehmte Evita-Szene abgespielt hat, gab es viel europaeische Architektur zu entdecken. Man glaubt gar nicht in Suedamerika zu sein...

Witzig war auch der Fakt, dass ich noch die herbstlich gefaerbten Baeume aus Europa im Kopf hatte und mich heute auf einmal mitten im Fruehling Suedamerikas befinde. Alles ist am Aufbluehen und erwacht aus dem Winterschlaf.

Abends gab es dann auch gleich das klassische, argentinische Steak - sehr lecker...

Achso, der Spruch des Tages: Nach vorn zu fliegen um zurueck zu fliegen um wieder nach vorn zu fliegen.