30 Juli 2007
Indien. Und wieder hat es die Steffi erwischt - unsere Maegen scheinen der asiatischen Kueche immer noch nicht gewachsen zu sein. Dank Antibiotika befindet sie sich aber auf dem Weg der Besserung und konnte sogar die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten von Bodhgaya besichtigen.
Zusammen standen wir unter dem Bodhibaum, wo Prinz Siddhartha Gautama vor 26 Jahrhunderten zum Buddha erleuchtet wurde. Genau hier fand der Buddhismus seinen Ursprung und deshalb ist es gar nicht schlimm, dass wir nur den Nachkoemmling des Nachkoemmlings vom originalen Baum zu Gesicht bekamen.
Wie die internationalen Botschaften in einer Landeshauptstadt findet man im kleinen Bodhgaya unzaehlige Tempelanlagen aus saemtlichen Laendern, in denen der Buddhismus eine Rolle spielt. Darueber hinaus waere die wichtigste buddhistische Pilgerstaette der Welt nicht komplett, wenn der vom Dalai Lama eingeweihte Riesenbuddha fehlen wuerde.
28 Juli 2007
kolkata (kalkutta)
Indien. Bei unserer Ankunft in Kolkata sahen wir tausende obdachloser Menschen, die auf den Strassen der Stadt leben. Dies war ein heftiger Kulturschock! Der Armut begegnet man hier auf Schritt und Tritt, aber die Stadt ist keineswegs die Hoelle, wie wir es so oft von Indienreisenden hoerten.
Unser Favorit im Stadtbild von Kolkata ist das Victoria Memorial, welches das bedeutenste Zeugnis der britischen Kolonialherrschaft in gesamt Indien ist. Komplett aus weissem Marmor beherbergt es eine Ausstellung ueber das Leben in Indien waehrend der Kolonialzeit. Damals hatten britische Familien in Kolkata bis zu 110 indische Dienstboten!
Ein weiterer Hoehepunkt unseres Aufenthaltes in Kolkata war der Besuch im Indian Museum mit der aeltesten und groessten Sammlung des Landes. Hier konnten wir einer echten aegyptischen Mumie direkt in die leeren Augenhoehlen sehen und im naechsten Saal die ebenfalls originalen Stosszaehne eines Mammuts beruehren.
Ausserdem liessen wir uns auf einem kolonialen Friedhof von Moskitos auffressen und sahen im Kino unseren ersten Bollywood-Film, der uebrigens gar nicht so schlecht war. Trotzdem bleibt unser Eindruck von Kolkata zwiegespalten, da die Stadt zahlreiche Schattenseiten aufweist und man die vielen traurigen Schicksale einfach nicht ignorieren kann.
24 Juli 2007
si phan don
Laos. Umso weiter man in den Sueden von Laos vordringt, desto relaxter werden die Menschen. Das Zentrum dieses unbeschwerten Lebens liegt im Mekong, genauer gesagt auf den 4000 Eilanden von Si Phan Don. Beispielsweise mussten wir auf der Insel Don Det unverrichteter Dinge ein Geschaeft verlassen, weil die auf dem Boden schlafende Kassiererin einfach nicht aufwachen wollte.
Zu viel Ruhe tat uns dann doch nicht gut und deshalb stellten wir uns beim Raften den Stromschnellen des Mekong auf einem Schlauchboot. Nachdem das Wildwasser bezwungen war, schwommen wir in Rettungswesten entlang der idyllischen Grenze zwischen Laos und Kambodscha.
Endlich war es mal wieder an der Zeit unsere australische Angel auszupacken und vor den unglaeubigen Augen eines gesamten Dorfes fing Steffi drei Fische. Die Einwohner leben zwar vom Fischfang mit Netzen und Fallen, hatten aber noch nie zuvor eine Angel gesehen. Den groessten Fisch schenkten wir einer alten Frau, die unserem Praesent sogleich einen praktischen Haenkel verpasste. Mit einem Faden durch Kiemen und Maul trug sie den Fisch wie eine Handtasche umher.
Unsere Tage auf der Insel Don Det waren trotz oder vielleicht gerade wegen des Fehlens von Annehmlichkeiten wie Elektrizitaet und fliessend Wasser etwas ganz Besonderes. Ausserdem werden wir den koestlichen Geschmack des aus Klebereis selbstgebrannten Lao Lao wohl nie vergessen.
wat phu champasak
Laos. Es ist kaum vorstellbar, das der Ort Champasak noch vor 30 Jahren als Sommersitz des Koenigs von Laos diente. Heutzutage gibt es hier nur noch eine Handvoll Gaestehaeuser fuer die wenigen Besucher der nahegelegenen Khmer-Ruinen.
Entlang kleiner Doerfer und zahlloser Reisfelder fuhren wir per Fahrrad zu den verfallenen Tempelanlagen am Fusse des Berges Phu Pasak. Die Ruinen erstrecken sich auf drei Ebenen, wobei die obere Etage eine herrliche Aussicht auf das Gebiet um den Mekong bietet.
Seit unserem Besuch im ueberwaeltigenden Angkor konnten wir bis zum heutigen Tag kaum noch Begeisterung fuer Tempelanlagen aufbringen. Dies hat sich jedoch mit der mystischen Atmosphaere von Wat Phu Champasak geaendert und wir stehen den naechsten Ruinen nun wieder offen gegenueber.
18 Juli 2007
savannakhet & bolaven plateau
Laos. Die Stadt Savannakhet diente uns als kurzer Zwischenstop auf unserem langen Weg ins suedliche Laos. Hier verbrachten wir einen Abend am Ufer des Mekong, fotografierten das aufziehende Gewitter und assen unseren geliebten Klebereis sowie gegrillte Huehnerfuesse - lecker!
Am naechsten Morgen besuchten wir das Dinosaurier-Museum von Savannakhet, wurden vom Kurator hoechstpersoenlich durch die Sammlung gefuehrt und durften die Gebeine eines T-Rex beruehren. Daraufhin wollten wir uns nie wieder die rechte Hand waschen, verwarfen diesen Gedanken aber bereits auf unserer nachmittaeglichen Fahrt im keimigen Bus gen Sueden.
Das Staedtchen Pakse nutzten wir als Ausgangspunkt zur Erkundung des Bolaven Plateau, mieteten uns ein Moped und fuhren in die Berge. Auf der Hochebene besuchten wir aber nur die drei groessten der hiesigen Wasserfaelle, da wir noch genuegend Zeit fuer eine Lao-Massage einplanen mussten.
15 Juli 2007
tha khaek
Laos. In Tha Khaek ist absolut der Hund begraben, die Touristen kann man an einer Hand abzaehlen und die Innenstadt ist nahezu menschenleer. Deshalb erkundeten wir die oestlich der Kleinstadt gelegenen Kalksteinberge, Badetuempel und Tropfsteinhoehlen.
Nunja, zumindest versuchten wir dies mit allen Kraeften. Dennoch waren sieben von den acht Zielen, die wir ansteuern wollten, ohne detaillierte Ortskenntnis einfach nicht auffindbar oder ueberforderten die Gelaendetauglichkeit unseres Mopeds.
Trotz einiger Rueckschlaege war unsere Tour durch die Khammuan Provinz kein Reinfall und wir freuten uns umso mehr als wir den Eingang zur Tham Nang Aen Hoehle fanden. Hier fotografierten wir nicht nur Stalagmiten und Stalagtiten sondern stellten uns mutig unserem eigenen Schatten.
vientiane
Laos. Vientiane hat circa halb so viele Einwohner wie Leipzig und ist damit die bisher kleinste Hauptstadt auf unserer Reise. Von begrenzter Anzahl sind auch die Sehenswuerdigkeiten der Mekongmetropole, die wir problemlos innerhalb eines Tages abklapperten.
Der Patuxai ist das wohl augenscheinlichste Kuriosum in Vientiane und besteht aus Beton, den die Amerikaner eigentlich zum Bau eines Militaerflughafens angeschafft hatten. Deshalb ist diese laotische Version des Pariser Triumphbogens im Volksmund auch als vertikale Startbahn bekannt.
Ebenfalls aus Beton, aber zumindest goldig bemalt, ist der Pha That Luang. Dieses wichtigste Nationaldenkmal von Laos ist ein Symbol des Buddhismus sowie der laotischen Unabhaengigkeit und koennte im unteren Bereich einen neuen Anstrich vertragen.
11 Juli 2007
vang vieng
Laos. Obwohl Vang Vieng durchaus charmant ist, liegen die Hauptattraktionen der Region zweifellos ausserhalb der Kleinstadt. Deshalb schlossen wir uns einer Kajaktour an, paddelten entlang des Nam Song Flusses und bewunderten die uns umgebenden Kalksteinberge.
Des Weiteren besuchten wir eine Hoehle, die von einem unterirdischen Fluss geformt wurde. Es kostete uns etwas Ueberwindung mit Taschenlampe und aufgeblasenem Traktorreifen ausgestattet, den immer noch wasserfuehrenden Strom entlangzuschwimmen. Danach war die Erkundung von zwei weiteren Hoehlen, die gluecklicherweise fernab jeglicher Fluesse liegen, ein Kinderspiel fuer uns.
Ein gemietetes Moped verschaffte uns die noetige Mobilitaet, um abseits der belaufenen Pfade die wunderschoene Landschaft zu geniessen und abgelegene Doerfer zu besuchen. Dafuer mussten wir jedoch sehr unwegsame Strassen passieren und durch knietiefe Fluesse fahren, da nicht ueberall ein luxurioeser Faehrdienst bereitstand.
Zu guter Letzt nahmen wir natuerlich auch am sogenannten Tubing teil, wofuer Vang Vieng in der Backpackerszene internationalen Ruhm geniesst. Beim Tubing laesst man sich per Traktorreifen auf dem Nam Song Fluss treiben und stoppt an Saufgelagen, die sich in grosser Zahl am Ufer befinden. Hier gibt es billiges Lao-Bier, noch billigere Musik und fuer die Mutigen beziehungsweise Besoffenen ziemlich verrueckte, selbstgebaute Sprungtuerme.
08 Juli 2007
luang prabang
Laos. Luang Prabang liegt im bergigen Norden von Laos und kann als historischer Sitz des Koenigshauses auf eine bewegte Geschichte zurueckblicken. Auch heutzutage ist die ehemalige Hauptstadt der kulturelle Mittelpunkt und zugleich die bedeutenste Touristenattraktion des Landes.
Das einzigartige Stadtbild von Luang Prabang wird in erster Linie von den bis zu 500 Jahre alten Tempelanlagen gepraegt, welche die franzoesische Kolonialarchitektur eindeutig in den Schatten stellen. Fast die Haelfte der 66 Stadttempel ist von Novizen und Moenchen bewohnt, die dem Ort ein besonderes Flair verleihen.
In Luang Prabang hat man den gewaltigen Mekong, unberuehrten Dschungel und abgelegene Doerfer direkt vor der Haustuer. Unsere eindeutigen Favoriten in diesem aeusserst reizvollen Umland sind die tuerkisblauen Wasserbecken des mitten im Regenwald liegenden Tat Kuang Si Wasserfalls.
Wie ihr sicher gut nachvollziehen koennt, ist dies der ideale Platz um sich von intensiven Tempelbesichtigungen zu erholen.
04 Juli 2007
hanoi
Vietnam. Der zweifelsohne schoenste Stadtteil von Hanoi ist die am Ufer des Hoan Kiem Sees gelegene Altstadt. Die hier ansaessigen Haendler einer Branche konzentrieren sich nicht nur auf Maerkten sondern auch immer in einer ausgewaehlten Gasse. Deshalb kann man hier beispielsweise eine schmale Strasse vollgestopft mit Kuechenequipment finden.
Um den tausenden Mopeds im chaotischen Strassenverkehr der Hauptstadt Vietnams zu entfliehen, besichtigten wir mehrere Tempelanlagen, den strahlend gelben Praesidentenpalast und genossen die ruhige Atmosphaere zweier Museen.
Letztlich koennten die Hoehepunkte unseres Aufenthaltes in Hanoi unterschiedlicher nicht sein. Einerseits begeisterte uns ein Besuch im Wasserpuppentheater und andererseits wird uns der gruselige Anblick des im Mausoleum aufgebarten Ho Chi Minh wohl immer im Gedaechtnis bleiben.
sapa
Vietnam. Sapa ist eine angenehm ruhige Bergstation aus franzoesischer Kolonialzeit, von der man einen tollen Blick auf den 3.143 Meter hohen Fansipan erhaschen kann. Unsere Sichtweite betrug jedoch meist nicht mehr als ein paar Meter, weshalb wir den hoechsten Berg Vietnams nicht zu Gesicht bekamen.
Dies war aber gar nicht schlimm, da die von Nebel und Wolken teilweise verhuellte Landschaft auch so absolut traumhaft war. Mit einem Moped erkundeten wir die Region, hielten am 100 Meter hohen Thac Bac Wasserfall und erklommen den 1.900 Meter ueber dem Meeresspiegel liegenden Tram Ton Pass.
Eine andere Sichtweise auf das Gebiet um Sapa eroeffnete sich uns waehrend einer Tageswanderung, bei der wir drei Doerfer passierten und den Alltag der hier lebenden Bergvoelker beobachten konnten. Wie bereits seit Jahrhunderten arbeiten die hiesigen Bauern nur mit Hilfe von Wasserbueffeln auf den terassenfoermig angelegten Reisfeldern. Von der Industriellen Revolution hat hier noch niemand etwas gehoert.
Sobald man sich etwas abseits der befahrenen Strassen bewegt, ist leicht zu erkennen auf welche Art die fleissigen Bauern ihren Feierabend geniessen. Oftmals einfallsreich versteckt aber zum Teil auch einfach im Vorgarten hat hier jeder Haushalt sein eigenes Cannabisfeld. Da unser Blog erneut gesperrt wurde, heben wir uns die Hanf-Bilder aber besser fuer den heimischen Diavortrag auf ;-)

