29 November 2006

laguna de apoyo & managua

Nicaragua. Gestern haben wir einen Tagesausflug zum Apoyo Kratersee unternommen, einem weiteren Naturwunder Nicaraguas. Das Wasser des Sees ist kristallklar und der Tropenwald am Rand des Kraters traegt zum malerischen Gesamtbild des Tals bei, welches ich per Kajak erkundet habe.


Heute sind wir nach Managua gefahren, um Morgen frueh einen Bus nach Honduras zu bekommen. Die Hauptstadt Nicaraguas hat nichts zu bieten ausser der Funktion als Transportknoten und einem kleinen Denkmalbezirk. Dieser ist auf dem Gebiet der frueheren, durch mehrere Erdbeben zerstoerten Innenstadt plaziert und beherbergt unter anderem den Praesidentenpalast sowie das Staatsmuseum. Bei meiner heutigen Besichtigung dieses Stadtteils hatte ich das Gefuehl seit Tagen der erste Tourist zu sein, der sich hierher verirrte.

28 November 2006

granada

Nicaragua. Das am Nicaraguasee liegende und an den Vulkan Mombacho angrenzende Granada ist wohl eine der schoensten Saedte Mittelamerikas und bietet als touistisches Zentrum Nicaraguas eine Vielzahl an Sehenswuerdigkeiten.

Aus dem Gewirr an Kirchen, Museen, wundervoll restaurierten Hinterhoefen und bunten Kolonialbauten sticht insbesondere der Parque Central hervor. Die schattenspendenden Palmen dieses Stadtparks waren fuer uns bei den aktuellen Temperaturen der ideale Platz fuer das eine oder andere kuehle Bierchen. Im Zweifelsfall wuerde ich zwar einen Gluehwein auf dem Dresdener Strietzelmarkt vorziehen, aber man muss sich halt den Umstaenden anpassen ;-)

27 November 2006

ometepe

Nicaragua. Die Fahrt zur Insel Ompetepe im Nicaraguasee war recht abenteuerlich und unser Bananenboot hatte eine erhebliche Aehnlichkeit mit einer Nussschale. Das Wetter war zudem recht stuermisch, sodass eindeutig mehr als die Haelfte der Passagiere seekrank wurde. Bloss gut wir hatten leere Maegen, dass war eindeutig von Vorteil!


Ometepe ist ein oekologisches Juwel im groessten Suesswassersee Mittelamerikas und besteht aus zwei Vulkanen, von denen einer noch aktiv ist. Am naechsten Tag habe ich sogleich den erloschenen Vulkan Maderas bestiegen und genoss spektakulaere Aussichten. Nach einem dreistuendigen Aufstieg erreichte ich mit einem persoenlichen Fremdenfuehrer den in 1394m Hoehe gelegenen Krater-See und weitere drei Stunden spaeter befand ich mich bereits wieder am Strand zwischen den beiden Vulkanen.


Die Rueckfahrt aufs Festland gestaltete sich bei ruhiger See recht entspannend und ich liess mich per iPod ganz klassisch von Harry Belafontes Banana Boot Song begleiten.

23 November 2006

nicoya

Costa Rica. Die letzten Tage verbrachten wir in Montezuma und Tamarindo auf der Halbinsel Nicoya an der pazifischen Nordkueste Costa Ricas. Insgesamt haben wir mal einen Gang zurueckgeschaltet, uns an den Straenden erholt und viel gelesen. In Montezuma gab es einen Wasserfall zu entdecken, der weniger spektakulaer war als der Weg dorthin. Ich musste mehrmals das Bett des zugehoerigen Flusses durchqueren und an dessen Ufern umherklettern, um irgendwann anzukommen.


Tamarindo ist im Gegensatz zum verschlafenen Montezuma eine Hochburg amerikanischer Touristen mit einem der beliebtesten Surf-Straende Mittelamerikas. Besonders interessant, wenn auch recht strapazioes, was unsere naechtliche Exkursion in den nahegelegenen Nationalpark Marino Las Baulas. Dort haben wir (um 2 Uhr in der Frueh) eine Lederruecken-Schildkroete beim Eierlegen beobachtet. Es handelte sich um ein mittelgrosses Exemplar, welches ca. 1,5 m lang war und wohl so um die 300 Kg wog. Es ist wirklich unglaublich, wie wenig ueber das Leben dieser Tiere bisher bekannt ist.


Ich muss nun leider los, denn die "nachos as big as your ass" im Cafe um die Ecke gehen mir nicht mehr aus dem Kopf...

17 November 2006

zwischenstops


Costa Rica. Auf unserem Weg quer durch Costa Rica uebernachteten wir an verschiedensten Orten. Heute in der Hauptstadt San José, schliefen wir gestern noch auf dem Lande in einer Fluechtlingskooperative, die von den aus der 68´er Studentenbewegung entstanden Longo Mai betrieben wird. Die Gegensaetze sind gewaltig!


Insbesondere das Zusammenleben der Longo Mai in der "Finca Sonador" war fuer uns sehr unwirklich. Die zumeist aus El Salvador stammenden Einwohner des Dorfes empfingen uns aeusserst gastfreundlich und fuer ein paar Dollar wurden wir - mit Reis und Bohnen - vollverpflegt und bekamen eine exklusive Fuehrung durch deren Kaffeeplantagen. Die Felder werden - aehnlich einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft - kooperativ bewirtschaftet. Ferner versorgt sich die Gemeinde selbst und die vom Kaffeeanbau erwirtschafteten Gewinne werden untereinander aufgeteilt. Ab und zu sind wir dort auch ein paar Alt-Hippy´s aus der Schweiz begegnet :-)

15 November 2006

parque nacional corcovado


Costa Rica. Der Nationalpark auf der Halbinsel Osa im Sueden Costa Ricas ist der am besten erhaltene Tropenwald and der pazifischen Kueste Mittelamerikas. Leider regnet es hier momentan so stark, dass der Parque Nacional Corcovado fuer die naechsten Tage geschlossen ist und wir unverrichteter Dinge abreisen werden. Tja, sowas kommt halt auch mal vor...

13 November 2006

volcan barú


Panama. Heute Morgen bin ich von der kleinen Stadt Boquete, die sich in den Chiriqui Highlands befindet, zum Parque Nacional Volcan Barú gewandert. Eoin zog es vor sich auszuruhen. Auf den 1000 Hoehenmetern, die es zu ueberwinden galt, gab es viel zu sehen. Neben atemberaubenden Aussichten auf den mit Wolken verhangenen Regenwald bin ich durch so einige Kaffee- und Bananen-Plantagen geschlendert und verbrachte insgesamt 7 Stunden im Nationalpark. Nur einmal ist mir eine Touristengruppe begegnet - Panama hat soviel zu bieten, ist wirklich noch nicht ueberlaufen und bisher mein Favorit auf dieser Reise.

12 November 2006

archipielago de bocas del toro

Panama. Von Panama City sind wir in das regenreiche Bocas del Toro geflogen - eine kleine Stadt auf der karibischen Insel Colón. Jedoch waren wir bereits nach zwei Tagen dem ewig gleichen, stupiden Partyleben dieser Surfer und Moechtegern-Aussteiger ueberdruessig und sind nach Bastimentos uebergesetzt.


Diese ebenfalls oft verregnete Insel hat nur ca. 1800 Einwohner, ist touristisch kaum erschlossen und besitzt traumhafte Sandstraende. Den Naechstgelegenen dieser einsamen Straende erreichten wir nach einem halbstuendigen Fussmarsch quer durch den Jungel. Waehrend dieses Weges bekommt man eine Schlammbehandlung der Fuesse bis zum Kniebereich gratis. Der Aufwand lohnt sich zweilfelslos.


Gestern haben wir noch ein paar weitere, abgelegenere Inseln besucht. Auf einem dieser Eilande wurde die TV-Show "Survivor" gedreht. Die Zeit haben wir uns damit vertrieben, in den Korallenriffen zu schnorcheln und Kokosnuesse zu pfluecken - die wir sogar oeffnen und trinken/essen konnten.

08 November 2006

panama city

Panama. Unser Hostel in Panama City umfasst zwei Stockwerke in einem Mietshaus und wird wahrlich wie ein Familienunternehmen gefuehrt. Die Chefin (Mom) kuemmert sich muetterlich um Ihre Gaeste und ist das Herz und die Seele der Pension. Gleichzeitig ist sie natuerlich auch sehr geschaftstuechtig und bietet mit Ihren stark begrenzten Englischkenntnissen eine sechsstuendige Sadtfuehrung an, die Eoin und ich sofort gebucht haben. In Ihrem Privatwagen hat sie uns beiden wirklich jede Ecke dieser Metropole gezeigt, uns auf ein Eis eingeladen und Mittagessen gab es natuerlich ganz traditionell bei Ihr Zuhause.



Obwohl Panama City neben dem Kanal und dem Nationaltheater nur wenig zu bieten hat, kann man der Stadt einen gewissen Charm nicht absprechen. Die Hauptstadt Panamas kann zwar keine Straende aufbieten, hat aber dafuer einen wunderschoenen kolonialen Destrikt mit karibischem Flair. Touristen sind kaum zu finden und das Preisniveau ist wie Balsam auf die Seele eines in Brasilien ausgequetschten Rucksackreisenden.

06 November 2006

amazonas


Brasilien. Frankreich: 2 Punkte; Irland: 4 Punkte; Deutschland: 6 Punkte ... Dies sind nicht etwa die Ergebnisse des diesjaehrigen Eurovision Song Contests, sondern die Gewichte der vom Franzosen Vinzent, Eoin und mir gefangenen Pfauenbarsche in Kilogramm! Einen 6 Kg schweren Barsch in ein kleines Paddelboot zu befoerdern ist nichts anderes als ein Kampf - unvorstellbar wieviel Kraft diese Fische haben. Ihr muesst langsam denken, dass sich hier schon wieder alles ums Angeln dreht. Ich kann euch aber beruhigen: Dies ist, abgesehen von dem ebenfalls gefangenen Katzenhai, nicht der Fall.


In den letzten vier Tagen unternahmen wir eine Exkursion in den Amazonas-Jungle. Obwohl der Wasserstand momentan sehr niedrig ist, war es ein aeusserst erlebnisreicher Trip. Wir starteten die Tour am Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimoes, wo sich der Amazonas bildet. Aufgrund unterschiedlicher Temperaturen und Fliessgeschwindigkeiten beider Fluesse, vermischen sich diese nicht sofort und man sieht ein bizarres Nebeneinanderherfliessen von dunklem und hellem Wasser.


Neben diversen Wanderungen, bei denen wir die in jeder Hinsicht gigantische Flora und Fauna entdeckten, uebernachteten wir bei Lagerfeuer und in Haengematten direkt im Jungle. Ferner verbrachten wir einen Tag bei Einheimischen in einem sehr abgelegenen, idyllischen Dorf und konnten deren Alltag miterleben - eine surreale Erfahrung: Geschlafen haben wir beispielsweise neben Huehnern, Hunden und Katzen in deren Kueche und zum Fruestueck bekam das fuenfjahrige Maedchen neben mir eine grosse Tasse Kaffe und geraeucherten Fisch.

02 November 2006

manaus


Brasilien. Eigentlich sind wir die 24 stuendige Busfahrt nach Porto Velho nur angetreten, um von dort mit dem Boot innerhalb von drei Tagen nach Manaus zu fahren. Aufgrund der Trockenzeit ist der Wasserstand jedoch so gering, dass unser Boot nicht auslief. Deshalb sind wir nach Manaus geflogen und haben unseren Anschlussflug nach Panama City auf den sechsten November umgebucht. So bleibt uns noch genuegend Zeit, um nach dem gestrigen Besuch des beruehmten Opernhauses in Manaus (Teatro Amazonas) eine viertaegige Exkursion in das Amazonasgebiet zu unternehmen.