Brasilien. Frankreich: 2 Punkte; Irland: 4 Punkte; Deutschland: 6 Punkte ... Dies sind nicht etwa die Ergebnisse des diesjaehrigen Eurovision Song Contests, sondern die Gewichte der vom Franzosen Vinzent, Eoin und mir gefangenen Pfauenbarsche in Kilogramm! Einen 6 Kg schweren Barsch in ein kleines Paddelboot zu befoerdern ist nichts anderes als ein Kampf - unvorstellbar wieviel Kraft diese Fische haben. Ihr muesst langsam denken, dass sich hier schon wieder alles ums Angeln dreht. Ich kann euch aber beruhigen: Dies ist, abgesehen von dem ebenfalls gefangenen Katzenhai, nicht der Fall.

In den letzten vier Tagen unternahmen wir eine Exkursion in den Amazonas-Jungle. Obwohl der Wasserstand momentan sehr niedrig ist, war es ein aeusserst erlebnisreicher Trip. Wir starteten die Tour am Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimoes, wo sich der Amazonas bildet. Aufgrund unterschiedlicher Temperaturen und Fliessgeschwindigkeiten beider Fluesse, vermischen sich diese nicht sofort und man sieht ein bizarres Nebeneinanderherfliessen von dunklem und hellem Wasser.

Neben diversen Wanderungen, bei denen wir die in jeder Hinsicht gigantische Flora und Fauna entdeckten, uebernachteten wir bei Lagerfeuer und in Haengematten direkt im Jungle. Ferner verbrachten wir einen Tag bei Einheimischen in einem sehr abgelegenen, idyllischen Dorf und konnten deren Alltag miterleben - eine surreale Erfahrung: Geschlafen haben wir beispielsweise neben Huehnern, Hunden und Katzen in deren Kueche und zum Fruestueck bekam das fuenfjahrige Maedchen neben mir eine grosse Tasse Kaffe und geraeucherten Fisch.