26 September 2007

mumbai (bombay)

Indien. Indiens groesste Metropole war das letzte Auslandsziel auf unserer Reise und ein wuerdiger Abschluss der Weltumrundung. Gleich zum Auftakt befand sich die komplette Stadt im Ausnahmezustand als Indien gegen Pakistan gewann und Cricket-Weltmeister wurde.

Wir feierten natuerlich mit und lernten dabei vier Piloten der Lufthansa kennen, die unsere Heimflugstrecke nach Frankfurt bedienen. Was fuer ein Zufall! Leider startete deren Flieger fuer unsere Plaene einen Tag zu frueh und somit wurde nichts aus dem Besuch im Cockpit einer Boing 747. Dafuer wurden wir in die exklusive Pilotenlounge des Luxushotels Hilton Towers eingeschleust und feierten bis in die Morgenstunden.

Neben den Biergelagen und unseren letzten Souvenireinkaeufen blieb sogar noch etwas Zeit uebrig, um die Sehenswuerdigkeiten der Stadt zu besichtigen. Besonders gefielen uns die bezaubernde St. Thomas Kirche und der prunkvolle Chhatrapati Shivaji Bahnhof.

Das absolut verrueckte Ganesh Chaturthi Festival, welches zu Ehren des elefantenkoepfigen Gottes Ganesh abgehalten wird, kroente unseren Aufenthalt in Mumbai. Wir mischten uns unter die Massen als zum Abschluss der zehntaegigen Feierlichkeiten Millionen glaeubiger Hindus an das Meerufer pilgerten, um dort Ganesh-Figuren unterzutauchen. Das ist Indien in Reinkultur!

23 September 2007

noerdliches goa

Indien. Der kleine Bundesstaat Goa ist wegen seiner langen Sandstraende und der tropisch relaxten Atmosphaere eines der beliebtesten Reiseziele Indiens. Hier kann man sogar Fotos von einem sauberen Strandabschnitt schiessen, wenn man zuvor eine guenstige Perspektive waehlt!

Davon abgesehen unterscheidet sich Goa sehr stark vom Rest des Landes. Die Landschaft wird gepraegt von Reisfeldern, Kokosnusshainen, zahllosen Kirchen und den verfallenen Festungen der Portugiesen.

Angeblich kann Goa auch eine beruehmt-beruechtigte Partyszene aufbieten. Dies koennen wir jedoch nicht bestaetigen, da selbst am belebtesten Strand nach Sonnenuntergang die Kuh begraben ist.

Insgesamt wurde unser Eindruck von Goa sehr stark durch den Monsun gepraegt, obwohl der Regen durchaus zu ertragen war. Zum Glueck waren nicht alle Geschaefte ausserhalb der Saison geschlossen und so begannen wir hier unsere ausgedehnten Souvenireinkaeufe.

18 September 2007

hampi

Indien. Die uralten Ruinen von Vijayanagar, nahe dem heutigen Hampi, dienten vor circa 650 Jahren als Hauptstadt eines der groessten hinduistischen Koenigreiche auf dem indischen Subkontinent.

Einige Bauwerke der Geisterstadt sind erstaunlich gut erhalten und werden fuer indische Verhaeltnisse ausserordentlich gut gepflegt. Vom Grossteil der Anlage sind zwar nur noch Truemmer vorhanden, diese besitzen jedoch eine magische Ausstrahlung und konnten uns regelrecht fesseln.

Ausserdem befinden sich die Ruinen von Hampi inmitten einer unwirklichen Landschaft aus erodierten Granitfelsen. Und genau hier, mitten im Nichts, bekam unser Moped einen platten Reifen. Da wir unser defektes Gefaehrt bis zur naechsten Ortschaft schieben mussten, war diese umwerfende Landschaft fuer uns im doppelten Sinne atemberaubend.

Die einmalige Umgebung in Kombination mit den weit verstreuten, abgeschiedenen Ruinen machte Hampi zu einem der Hoehepunkte unserer Indien-Reise.

14 September 2007

bengaluru (bangalore)

Indien. Bangalore ist weltweit bekannt als das aufstrebende Zentrum der indischen Softwareindustrie und bezeichnet sich selbst als Gartenstadt. Die hiesigen Gruenanlagen konnten uns jedoch nur wenig beeindrucken.

Vielmehr wird die Sechsmillionenmetropole durch massive Infrastrukturprobleme und ein unbeschreibliches Verkehrschaos gepraegt. Zur Hauptverkehrszeit war die Luftverschmutzung, der wir auf dem Ruecksitz einer Autorikscha ausgesetzt waren, selbst mit einem Tuch vor dem Gesicht kaum zu ertragen.

Indem wir uns in einer der hippen Lounges von Bangalore eine Schischa genehmigten, schlugen wir der Luftverpestung doch noch ein Schnippchen. In stylischem Ambiente mit chilliger Musik inhalierten wir einen aromatischen Mix aus Smog und Wasserpfeifentabak mit Erdbeergeschmack. Nur so laesst es sich in der indischen IT-Hochburg aushalten...

maisuru (mysore)

Indien. Der Maharadschapalast in Mysore zaehlt zu den beruehmtesten Palastbauten in Indien und war fuer uns der Grund die sonst touristisch weniger bedeutsame Stadt zu besuchen.

Die Aussenansicht des Gebaeudes, das inmitten einer riesigen Gartenanlage steht, ist recht imposant und steht in keinem Verhaeltnis zum geschmacklosen Innendesign. Offensichtlich teilt der hier wohnende Maharadscha mit seinen Vorfahren eine kaum nachvollziehbare Vorliebe fuer grelle Farben, Buntglas und ueberdimensionale Spiegel.

Die weiteren Sehenswuerdigkeiten von Mysore sind, abgesehen von einer katholischen Kirche und einem aus Stein gehauenen Stier, kaum der Rede wert. Da wir inzwischen zu Experten im Hinduismus geworden sind, lag uns die Bedeutung der fuenf Meter hohen Tierstatue klar auf der Hand. Bei dem Monolith handelt es sich um Nandi, dem Reittier und Diener des goettlichen Shiva.

10 September 2007

kochi (cochin)

Indien. Die Hafenstadt Kochi erstreckt sich ueber eine Inselgruppe in Kuestennaehe und blickt auf eine bewegte Kolonialgeschichte zurueck. Portugiesen, Niederlaender und Briten regierten einst in Fort Kochi und hinterliessen auf der Halbinsel eine facettenreiche Mixtur aus mittelalterlichen Gebaeuden im europaeischen Stil.

Zu erkunden gibt es hier die aelteste Kirche Indiens, gewundene Strassen mit portugiesischen Handelshaeusern und traditionelle Kathakali-Theatervorfuehrungen. Uebertroffen wird dies nur noch von den Verkaufsstaenden der Fischer, an denen wir regelmaessig zum Zwei-Euro-Hummer griffen. Lecker!

Als Ergaenzung zu unserem Aufenthalt in Fort Kochi besuchten wir den Cherai Strand auf der Insel Vypeen. Hier fanden wir einen wenig vermuellten Platz im Schatten und genossen die Seeluft bis haendchenhaltende Maennergruppen den Strand dominierten. Wir machten uns rechtzeitig auf den Heimweg, wurden aber trotzdem circa hundert mal heimlich fotografiert und tausend mal daemlich angegafft.

06 September 2007

kerala backwaters

Indien. Das Wasserstrassennetz der Backwaters ist mit 44 Fluessen und 29 Seen die touristische Hauptattraktion des suedindischen Bundesstaates Kerala.

In dieser etwas groesseren, mit Palmen bewachsenen Version des Spreewaldes fuhren wir mit einem Faehrboot von Kollam nach Alappuzha und legten insgesamt 90 Kilometer zurueck. Auf dieser Strecke passierten wir unter anderem den Ashram der heiligen Amma, die eine der wenigen weiblichen Gurus in Indien ist. Hier stieg ein ziemlich durchgeknalltes Ehepaar aus Oesterreich aus, um sich von der Erleuchteten den Lebensweg weisen zu lassen, waehrend wir uns schnellstmoeglich aus dem Staub machten.

Viel sehenswerter als die grossen Kanaele sind jedoch die unscheinbaren Nebenfluesse, die sich ganz idyllisch durch winzige Fischerdoerfer schlaengeln. Diesen Bereich der Kerala Backwaters erkundeten wir mit einem kleinen Motorboot und bekamen so einen guten Einblick in den Alltag der hier lebenden Menschen.

varkala

Indien. Der Sueden Indiens hat den Ruf, wesentlich relaxter und einladender zu sein als der Norden des Landes. Deshalb setzten wir uns in einen Flieger, landeten nahe der Suedspitze des Subkontinents und fuhren ins paradiesische Varkala.

Der kleine Strandort liegt hoch oben auf einer Klippe mit einem gigantischen Ausblick auf das Arabische Meer und bietet die perfekte Umgebung zur Bestaetigung des indischen Nord-Sued-Klischees. Wir konnten es selbst kaum glauben, aber durch die zurueckhaltenden Haendler, die wenigen Gaffer und den kaum vorhandenen Strassenverkehr kam sogar etwas Urlaubsatmosphaere auf!

Einen grossen Beitrag zu unserem Gefuehl mal wieder Ferien zu machen, leisteten die grandiosen Restaurants von Varkala. Ungeachtet fehlender Ausschanklizenzen gab es hier sogar Bier! Allerdings steht der Gerstensaft nie auf der Getraenkekarte, wird ausschliesslich in riesigen Teetassen serviert und sobald sich die Polizei blicken laesst, verschwindet saemtliches Bier im Abfluss. So eine Szene kann sich auch zu Zeiten der Alkoholprohibition in den USA nicht dramatischer abgespielt haben.

Uebertroffen wurde diese unterhaltsame Situation nur noch vom Anblick eines Blauen Marlin. Mir blieb fast das Herz stehen, als ich diesen beeindruckenden Fisch auf der Theke sah und somit stand fest, was es fuer uns zum Abendessen gab.

01 September 2007

delhi

Indien. Die Sehenswuerdigkeiten von Neu- und Alt-Delhi erkundeten wir per Touristenbus, den wir uns mit einer indischen Reisegruppe teilten. Da wir die einzigen Auslaender waren, erfolgten saemtliche Erlaeuterungen des Reisefuehrers leider nur in Hindi.

Das Verstaendigungsproblem nahmen wir jedoch gern in Kauf, da wir uns im Schutz der indischen Gruppe frei bewegen konnten und von den sonst allgegenwaertigen Abzockern in Ruhe gelassen wurden. Voellig unbehelligt besichtigten wir eine Vielzahl von Kulturdenkmaelern, wobei uns das India-Gate und der Lotus-Tempel architektonisch besonders zusagten.

Als kulturelle Ergaenzung zu unserer gefuehrten Tagestour unternahmen wir individuelle Abstecher zum Nationalmuseum und zur Jama Masjid, der groessten Moschee Indiens. Natuerlich besichtigten wir auch das Red-Fort, welches eines der bedeutensten Bauwerke in Alt-Delhi ist und vom Erbauer des Taj Mahal entworfen wurde.

Im Gegensatz zu den netten aber unspektakulaeren Sehenswuerdigkeiten von Delhi wird uns der abstruse Weg zu unserem Hotel am Main Bazaar fuer immer im Gedaechtnis bleiben. Taeglich mussten wir auf der circa zwei Meter breiten Strasse vor Haendlern und Bettlern fluechten, heiligen Kuehen ausweichen, wurden gleichzeitig von mehreren Mopeds sowie Taxis ueberholt und von gefaehrlichen Fahrradrikschas in die Hacken gefahren. Ihr koennt uns glauben: Zehn Minuten auf dieser Strasse und man ist dem Nervenzusammenbruch nahe!