31 Mai 2007

angkor

Kambodscha. Das ehemalige Zentrum des historischen Khmer-Reiches ist das Herz und die Seele Kambodschas. Angkor bezauberte uns mit unzaehligen Tempelanlagen aus dem 9. bis 15. Jahrhundert, die zwischenzeitlich vom Dschungel zurueckerorbert wurden und aus einer anderen Welt zu stammen scheinen.

Die Hauptaufmerksamkeit saemtlicher Touristen geniesst, als groesster Tempelkomplex der Welt, das einzigartige Angkor Wat. Neben diesem wahrlich eindrucksvollen Bauwerk waren wir insbesondere von Ta Prohm begeistert, das bereits als Drehort fuer den Hollywoodstreifen "Tomb Raider" diente und dessen Mauerwerk von riesigen Baeumen durchsetzt ist.

Ein weiterer Hoehepunkt unserer Besichtigung war Angkor Thom, welches bis zu 1.000.000 Menschen beherbergte - zu einer Zeit als London gerade mal 50.000 Einwohner aufzuweisen hatte. Im Zentrum von Angkor Thom befindet sich die Tempelanlage Bayon mit ueber 200 Steingesichtern, die fuer unzaehlige Fotos herhalten mussten.

Zum Glueck haben wir aber eher wenig Ahnung von der Fotokunst, sonst haetten wir sicher den Rest unserer Reise in diesem Eldorado fuer Hobbyfotografen verbracht.

27 Mai 2007

provinz battambang

Kambodscha. Sich hier fortzubewegen ist immer wieder ein Abenteuer! Im Vergleich zu einer Fahrt im "Sammeltaxi", bei der wir uns das Fahrabteil eines Pickuptrucks zu neunt teilten und circa 20 weitere Personen auf der Ladeflaeche sowie dem Dach platznahmen, war unsere Fahrt mit der Eisenbahn-Draisine eine wahrliche Entspannung.

Das inzwischen 90 Jahre alte Schienennetz Kambodschas konnte uns jedoch nicht auf Dauer begeistern. Deshalb erkundeten wir die Provinz Battambang auf dem Ruecksitz zweier Mopeds, deren ortskundige Fahrer uns Doerfer, Tempelanlagen und eine Hoehle zeigten sowie ueber die Geschichte des Landes berichteten.

Es ging uns sehr unter die Haut, die tragische Familiengeschichte von unserem Fahrer zu hoeren, wonach saemtliche Familienmitglieder vaeterlicherseits durch die Roten Khmer umgebracht wurden oder verhungerten. Vor diesem Hintergrund ist es schoen zu sehen, dass Kambodscha aus diesem Trauma zu erwachen scheint und sich der Zukunft zuwendet.

24 Mai 2007

banteay chhmar & banteay top

Kambodscha. Der Schock ueber den Zustand der kambodschanischen Infrastruktur sitzt uns immer noch in den Gliedern und nicht zuletzt im Ruecken. Nach einer holprigen Fahrt auf einer nicht enden wollenden Schotterpiste erreichten wir dennoch irgendwann die Ruinen von Banteay Chhmar.

Fernab jeglicher Touristenstroeme genossen wir die mystische Atmosphaere dieser vom Dschungel zurueckeroberten Khmer-Tempel. Unsere einzigen Begleiter waren drei Jungen, die scheinbar aus dem nahegelegenen Dorf stammen und uns ihren einzigartigen Spielplatz zeigten.

Anschliessend wurden wir von unserem privaten Taxifahrer auf einer halsbrecherischen Strasse entlang endlos weiter Reisfelder zu den Ruinen von Banteay Top gefahren. Diese Tempelanlage wird von einem einsamen Moench bewohnt, der sich in einer tiefen Meditationssitzung befand und unsere Anwesenheit scheinbar nicht bemerkte.

Obwohl wir durch eine SMS von Jule aus unserer Abenteuerwelt ins 21. Jahrhundert zurueckgeholt wurden, fuehlten wir uns heute dennoch ein wenig wie Indiana Jones.

22 Mai 2007

ko chang

Thailand. Waehrend eines dreiwoechigen Jahresurlaubs erkundeten wir bereits in 2005 den Norden, die Mitte und den Sueden von Thailand. Deshalb war fuer uns die Entscheidung einfach, nun den touristisch weniger erschlossenen Osten des Landes zu besuchen.

Dank der buerokratischen Botschaft Indiens und einer dementsprechend langen Bearbeitungszeit unserer Visaantraege genehmigten wir uns einen viertaegigen Kurzurlaub auf der wunderschoenen Insel Ko Chang.

Voellig untypisch fuer unseren bisherigen Reiseverlauf verbrachten wir hier die gesamte Zeit im Hotelpool und am Sandstrand vor unserer Zimmertuer. Auch wenn Ihr das Zuhause vielleicht nicht nachvollziehen koennt: Selbst waehrend einer Weltreise braucht man halt mal Urlaub ;-)

bangkok

Thailand. Es ist ein angenehmes Gefuehl sich nun in Thailand zu befinden, da unser Weltreise-Blog der chinesischen Zensur zum Opfer gefallen ist und wie andere Internetseiten mit Informationen ueber die Volksrepublik China fuer den dortigen Zugriff gesperrt wurde.

Da wir die Hauptstadt des thailaendischen Koenigreiches bereits vor zwei Jahren bereist hatten, konnten wir in Bangkok (ohne moeglichst viel besichtigen zu muessen) ein paar organisatorische Tage einlegen. Fuer die weitere Reiseplanung liessen wir uns im Backpackerzentrum Suedostasiens, nahe der Khao San Road nieder und kuemmerten uns um diverse Einreisevisa.

13 Mai 2007

grosse chinesische mauer

China. Das Angebot von Shujian, uns in einer privaten Exkursion die Grosse Chinesische Mauer zu zeigen, konnten wir einfach nicht ausschlagen. Und so besichtigten wir zusammen mit tausenden Besuchern den bekanntesten, restaurierten Mauerabschnitt in Badaling.

Selbstverstaendlich fuehrte uns Shujian zum hoechsten Punkt der dortigen Mauer, welcher mit dem folgenden Zitat von Mao Zedong in Verbindung gebracht wird: "Du bist kein richtiger Mann, wenn Du nicht die Grosse Mauer erklommen hast". Nach 29 Jahren kann ich mir nun also sicher sein, in China als wahrer Mann anerkannt zu werden - Shujian brauchte hierfuer immerhin 33 Jahre. Inzwischen bin ich auch erleichtert, dass sich trotz anfaenglicher Bedenken bei Steffi kein Bartwuchs einzustellen scheint ;-)

To Shujian: Thank you so much for your great hospitality! I am looking forward to meet you and Da Yang at the ICSE2008 in Leipzig where we will introduce you to Germany and of course to our famous beers.

peking

China. Die historischen Sehenswuerdigkeiten der Hauptstadt Chinas verdeutlichten uns erneut, wie imposant und vielschichtig die Geschichte des bevoelkerungsreichsten Landes der Erde ist. Nach unserer Ankunft besuchten wir zuerst den "Platz des himmlischen Friedens" und mussten wie so oft als exotisches Fotomotiv fuer chinesische Touristen herhalten...

Natuerlich standen der kaiserliche Sommerpalast, die beeindruckenden Bauwerke der olympischen Spiele 2008 und die "Verbotene Stadt" ebenfalls auf unserem Besichtigungsplan. Letztere ueberraschte uns sowohl hinsichtlich ihrer schieren Groesse als auch in Bezug auf die Qualitaet der ausgestellten Artefakte. Ein wahrer Hoehepunkt unserer China-Reise!

Das Beste an unserem Aufenthalt in Peking war jedoch das Treffen mit Shujian, den ich letztes Jahr auf einer Konferenz in Shanghai kennengelernt hatte. Zusammen mit seiner Frau Judy lud er uns zum Essen ein (es gab natuerlich Pekingente) und zeigte uns viele Ecken der Stadt, die wir ohne ihn nie gesehen haetten.

08 Mai 2007

qingdao

China. Aufgrund des durch die "Goldene Woche" begruendeten Engpasses an Zugtickets verbrachten wir mehr Zeit in Qingdao als urspruenglich geplant. Dies hatte den Vorteil, dass wir uns den Ueberbleibseln der deutschen Kolonialgeschichte Qingdaos intensiv widmen konnten und uns fast ein bisschen heimisch fuehlten.

Deutsche Architektur ist in der Kuestenstadt allgegenwaertig, wobei der historische Sitz des kaiserlichen Governeurs und die evangelische sowie katholische Kirche besonders sehenswert sind. Darueber hinaus ist Qingdao die Austragungsstaette der olympischen Segelwettbewerbe 2008 und versucht das Bild des modernen Chinas in die Welt zu tragen.

Zu guter Letzt muessen wir anmerken, das der Exportschlager und das Glanzlicht der Stadt urspruenglich deutscher Abstammung ist. Es traegt den Namen Tsingtao und ist das mit Abstand beste Bier in China!

04 Mai 2007

tai shan

China. Im Taoismus existieren fuenf heilige Berge, wobei der Tai Shan von dieser auserlesenen Gruppe am populaersten ist. Folglich pilgern pro Tag bis zu 60.000 Chinesen saemtlicher Altersgruppen zum Gipfel hinauf und bezwingen teilweise auf allen Vieren die insgesamt 6.660 Stufen.

Da wir hier ausgerechnet zur "Goldenen Woche" unterwegs sein muessen, zu welcher knapp 1.3 Milliarden Chinesen Urlaub machen, wurden wir beim Aufstieg regelrecht ueberrannt. Im Endeffekt muss man sowas aber auch in Kauf nehmen, wenn man den meistbestiegenen Berg der Erde erklimmen will.

Der gesamte Aufstiegsweg wird von unzaehligen Tempelanlagen gesaeumt, die wiederum mit ueberdimensionalen Raeucherstaebchen uebersaeht sind und uns komplett einnebelten. Obwohl dies wohl keine Lunge erfreut, soll man als erfolgreicher Bezwinger des Tai Shan mindestens 100 Jahre alt werden und so rechnen wir nun mit weiteren sieben bis acht Jahrzehnten ;-)

02 Mai 2007

suzhou

China. Ein chinesisches Sprichwort besagt: "Im Himmel gibt es das Paradies und auf Erden gibt es Suzhou und Hangzhou". Angespielt wird dabei auf den bereits von uns besuchten West Lake in Hangzhou und auf die Gaerten des 2500 Jahre alten Suzhou.

Viele dieser Gartenanlagen zaehlen zum Weltkulturerbe und ein Teil des im oberen Foto abgebildeten "Garten des Meisters der Netze" bereichert sogar (als Kopie) das "Metropolitan Museum of Art" in New York.

Rueckblickend muessen wir festhalten, dass uns die Gaerten in Suzhou mehr Freude bereiteten als wir angenommen hatten.