31 August 2007

jaipur

Indien. Jaipur ist die chaotische Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan und auch unter dem Namen "Pink City" bekannt, da der gesamte Altstadtbereich in staubigem rosa gestrichen ist.

Mit einer Auto-Rikscha als Transportmittel besichtigten wir die praechtigen Palaeste und Burganlagen von Jaipur, die den ueberschwaenglichen Lebensstil der Rajputen erahnen lassen. Besonders imposant ist der Stadtpalast des Maharadschas, einem Polo-Freund des britischen Prinzen Charles.

Ausserhalb von Jaipur ist die Amber-Burganlage zu finden, die aus einem Bilderbuch zu stammen scheint und das klassische Gesicht Indiens vermittelt. Hier verirrten wir uns in den labyrintartigen Zimmern, in welchen der Maharadscha seinen Harem untergebracht hatte.

28 August 2007

fatehpur sikri

Indien. Vor ueber 420 Jahren liess Akbar der Grosse zu Ehren eines Heiligen, dem er die Geburt seines Sohnes zu verdanken glaubte, in der Wueste von Fatehpur Sikri die "perfekte" Stadt errichten.

Bekanntlich gibt es in Wuesten eher wenig Wasser und deshalb wurde das doch nicht ganz perfekte Fatehpur Sikri schnell zur unbewohnten Geisterstadt. Dies wiederum kam den heutigen Ruinen der Stadt zugute, die sehr gut erhalten sind und von der Moschee Jama Masjid harmonisch ergaenzt werden.

Wie so oft in Indien wurden wir auch in Fatehpur Sikri von Bettlern, Gaffern, Grabschern, gierigen Haendlern und zwielichtigen Fremdenfuehrern verfolgt. Waehrend wir diesen Gestalten auswichen, fiel wohl einem Gaffer die Zigarette aus dem Mund und landete auf einem Verkaufsstand fuer Feuerwerkskoerper. Es gab ein paar ordentliche Explosionen und uns kam der durchaus angenehme Gedanke an ausgleichende Gerechtigkeit in den Sinn...

agra

Indien. Die Industriestadt Agra wird sehr oft mit dem Taj Mahal gleichgesetzt und auch uns faellt es sehr schwer dies nicht zu tun. Die unbeschreibliche Schoenheit des Taj Mahal ist einfach zu ueberwaeltigend und stellt alle anderen Sehenswuerdigkeiten Agras, wenn nicht sogar Indiens, in den Schatten.

Wir konnten uns von dem weissen Mausoleum einfach nicht loesen, genossen den Sonnenuntergang und verliessen das wohl schoenste Bauwerk auf Erden erst als es stockfinster war. Obwohl wir beide soviel zahlten wie 75 Inder zusammen, war der saftige Eintrittspreis fuer Auslaender dann doch vergessen und rueckblickend hat sich die Investition durchaus gelohnt.

Da wir Agra nicht ganz auf das Taj Mahal reduzieren wollten, haben wir uns umgesehen und besuchten unter anderem das Itimad-Ud-Daulah. Doch auch dieses durchaus schoene Grabmal kann man kaum losgeloest vom Taj Mahal betrachten, was der Spitzname Baby Taj bestens belegt.

Beide Kunstwerke bestehen komplett aus weissem Marmor, sind dekoriert mit abertausenden Halbedelsteinen und lassen ihr Alter von ueber 350 Jahren nicht erahnen. Insgesamt gab es auf unserer Reise nur wenige Orte, die es mit Agra aufnehmen koennen...

23 August 2007

kathmandu tal

Nepal. Im Tal von Kathmandu liegt das historische Herz Nepals. Neben der Hauptstadt sind hier historisch bedeutsame Kleinstaedte und interessante Doerfer zu finden. Unser Plan, diese Gegend ausserhalb von Kathmandu Stadt zu besuchen, wurde beinahe von den Strassensperren der scheinbar willkuerlich streikenden Maoisten vereitelt.

Zugute kam uns jedoch der Fakt, dass Touristen in Nepal ebenso heilig sind, wie Kuehe in Indien. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf mieteten wir uns eine schicke Royal Enfield und ueberwanden mit indisch-britischem Stil und deutschem Charme so ziemlich jede Barrikade der Kommunisten.

Auf leergefegten Strassen cruisten wir durch Kathmandu und besichtigten den Durbar Platz von Patan. Die liebevoll restaurierten Tempelanlagen dieser Kleinstadt uebertreffen, unserer Meinung nach, sogar die Sehenswuerdigkeiten der Landeshauptstadt. Weiter ging es dann in laendliche Regionen mit herrlichen Aussichten auf die uns umgebene Bergwelt. Schliesslich begegneten wir neugierigen Blicken in Khokana und bekamen im Bergdorf Bungamati einen Eindruck vom nepalesischen Landleben.

21 August 2007

royal chitwan nationalpark

Nepal. Auf der Fahrt zum groessten und bekanntesten Nationalpark in Nepal passierten wir eine Strassensperre der aufstaendigen Maoisten. Im Royal Chitwan Nationalpark angekommen, sollte es aber noch wesentlich spannender werden. Auf der Suche nach Bengalischen Tigern und Nashoernern ritten wir auf dem Ruecken eines Elefanten durch den dicht bewachsenen Dschungel. Als wir endlich ein Rhinozeros erblickten, umzingelten wir das Tier mit weiteren Elefanten und beschossen das Nashorn mit unseren Digitalkameras.

Nicht weniger spektakulaer war es mit einem Dickhaeuter zu baden. So eine Elefantendusche hat einen beachtlichen Wasserdruck und meinem Exemplar gefiel es besonders gut, sich seitwaerts in den Fluss fallen zu lassen. Das war ein Spass!

Etwas weniger spassig war unsere Dschungelwanderung, die uns aber fuer immer im Gedaechtnis bleiben wird. Anfangs entdeckten wir nur ein paar Affen, Blutegel und Voegel. Doch ploetzlich schnaufte etwas direkt neben uns im knapp sechs Meter hohen, undurchsichtigen Elefantengras. Unsere beiden Dschungelfuehrer, die nur mit Bambusstoecken bewaffnet waren, reagierten panisch und fingen an zu rennen. Auch wir nahmen die Beine in die Hand und fluechteten vor dem zwei Tonnen schweren Nashorn auf den naechsten Baum.

Hier verharrten wir fuer mehrere Minuten, bis sich das Nashorn etwas entfernt hatte. Ich kletterte zuerst hinunter und nahm Steffi beim Abstieg aus der Baumkrone auf meine Schultern. Ein paar Sekunden spaeter lief das Nashorn erneut in unsere Richtung, ich setzte Steffi wieder im Baum ab und stieg recht nervoes hinterher. Nun warteten wir bis das Rhinozeros circa 100 Meter entfernt war, kletterten leise herab und schlichen auf Zehenspitzen davon. Im Vergleich zu diesem Erlebnis ist Rafting auf dem Trisuli einfach nur Kinderkram!

16 August 2007

jomsom treck

Nepal. Schlappe 18 Minuten dauerte unser Flug nach Jomsom, ins Annapurna-Massiv des gewaltigen Himalaya. Trotz der kurzen Flugzeit landeten wir hier in einer komplett anderen Welt und starteten unsere Wanderung im wuestenaehnlichen Gebiet des suedlichen Mustang.

Am ersten Tag wanderten wir bis zum Bergdorf Marpha und konnten hin und wieder mit etwas Glueck einen Blick auf die uns umgebenen Achttausender werfen. Waehrend des zweiten Tages arbeiteten wir uns auf jahrhundertealten Handelsrouten in gemaessigtere Klimazonen vor und erreichten das Oertchen Kalopani. Hierbei trafen wir auf die langhaarigen Rinder des Himalaya (Yaks) und unzaehlige Maultiere, die Lebensmittel in entlegene Bergdoerfer transportierten.

Tag drei verbrachten wir komplett in den Wolken und konnten manchmal kaum die Hand vor Augen sehen. Wie Geister tauchten Lastentraeger aus dem Nebel auf und das Ende von Haengebruecken verschwand im Nichts. Auch dieser Situation konnten wir einen Vorteil abgewinnen und waren froh darueber, dass wir beim Ueberqueren von angsteinfloessenden Erdrutschen die unter uns liegende Schlucht nicht immer vollstaendig erkannten. Am vierten Tag fuehrte unser Treck von Dana nach Tatopani, wo wir uns in heissen Quellen und bei einem guten Buch von den Anstrengungen der bisherigen Wanderung erholten.

Der fuenfte und letzte Tag bescherte uns wieder etwas besseres Wetter und wir genossen die Sonne auf unserem Weg in Richtung Pokhara. Eigentlich haette uns die circa fuenfstuendige Wanderung nach Beg Khola bereits gereicht, aber dies war erst der Anfang. Um endlich wieder in der Zivilisation anzukommen, mussten wir ewig auf einen halsbrecherischen Gelaendebus warten, in einem klapprigen Taxi fahren und fast fuenf Stunden in einem ueberfuellten Linienbus verbringen. Das war ein Tag ...

pokhara

Nepal. Wenn es die dicken Monsunwolken zuliessen, war der Blick aus unserem Hotelzimmer in Pokhara einfach atemberaubend. Im Zentrum unseres Sichtfeldes erblickten wir den sagenumwobenen Macchapuchare, der zwar "nur" 6997 Meter misst, aber bisher noch nie erfolgreich bestiegen wurde.

Meistens versteckten sich die Gipfel des Himalaya in den vorueberziehenden Regenwolken. Deshalb mieteten wir uns ein Ruderboot und angelten im Phewa-See, der direkt an die Stadt Pokhara angrenzt. Petris Heil war uns jedoch nicht gegeben :-(

Eines Abends trafen wir Bejoy und Kalyani, die Besitzer unseres kleinen Hotels. Beide kauften die Lodge erst vor wenigen Wochen und als erste Gaeste ihres Anwesens wurden wir zu Bier beziehungsweise Wein eingeladen.

09 August 2007

trisuli

Nepal. Rafting ist eine der populaersten Freizeitaktivitaeten in Nepal und auch wir stellten uns den Stromschnellen der Gebirgsfluesse des Himalayas. Bei schoenstem Wetter fuhren wir mit unserem Schlauchboot zwei Tage lang auf dem Trisuli und genossen die traumhafte Umgebung.

Waehrend der Monsunzeit fuehrt der Trisuli sehr viel Wasser und mit einigen Stromschnellen hatten wir ziemlich zu kaempfen. Immerhin passierten wir Wildwasser der Stufe 4+ auf der internationalen Schwierigkeitsskala, die von 1- (leicht) bis 6+ (lebensgefaehrlich) reicht.

In einer rasanten Stroemung neigte sich unser Raft nach links und Steffi ging ueber Bord. Das war ein grosser Schreck fuer uns beide und mir blieb nichts anderes uebrig als hinterherzuspringen. Wenigstens wurde meine heldenhafte Rettungsaktion von Erfolg gekroent und ein paar Augenblicke spaeter befanden wir uns ohne einen Kratzer im halbwegs sicheren Schlauchboot.

Schliesslich boten unsere Erlebnisse genuegend Gespraechsstoff fuer den Abend, welchen wir bei Kerzenschein und nepalesischem Essen am Flussufer verbrachten. Mit etwas Brandy schoepfte auch Steffi neuen Mut und ueberstand am naechsten Tag saemtliche Stromschnellen ohne das Raft unfreiwillig zu verlassen.

06 August 2007

kathmandu

Nepal. Unsere Fahrt nach Nepal gestaltete sich aufgrund des starken Monsunregens recht kompliziert. In Nordindien waren saemtliche Strassen ueberflutet und viele Doerfer sind von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Flutregion durchquerten wir mit einer extrem ueberfuellten Eisenbahn und nach zwei Tagen erreichten wir endlich das sonnige Kathmandu.

Nachdem wir uns von den Strapazen der letzten Tage erholt hatten, spazierten wir durch die Hauptstadt von Nepal und besichtigten den Durbar Platz. Umgeben von zahllosen Tempeln wohnt hier eine lebende Goettin, die sogenannte Kumari Devi. Diese wollten wir natuerlich waehrend Ihrer taeglichen Audienz sehen und bekamen ein etwa zehnjaehriges Maedchen zu Gesicht. Die rotzfreche und total verzogene Kumari Devi ist wahrlich einzigartig!

Des Weiteren besuchten wir buddhistische sowie hinduistische Pilgerstaetten und waren insbesondere von der Bodhnath Stupa begeistert. Diese bedeutendste Stupa des indischen Subkontinents ist das religioese Zentrum der tibetischen Fluechtlinge in Nepal und eines der weltweit groessten Bauwerke dieser Art.

Am Pashupatinath Tempel wurden wir erneut zu Augenzeugen von Leichenverbrennungen, die aber in Kathmandu wesentlich ehrwuerdiger abgehalten werden als in Varanasi. Zumindest hatten wir hier nicht den Eindruck auf einer Muellkippe zu stehen und einer Massenabfertigung beizuwohnen.

02 August 2007

varanasi (benares)

Indien. Varanasi ist die heiligste Stadt des Hinduismus und eine der aeltesten Metropolen der Welt. Seit mehr als 2500 Jahren pilgern Glaeubige nach Varanasi, dem ehemaligen Benares, und selbst heutzutage sind die westlichen Besucher den hinduistischen Pilgern zahlenmaessig weit unterlegen.

Bei unserer Ankunft begruesste uns Varanasi mit knietief ueberfluteten Gassen, in denen unser Taxifahrer die absaufenden Moped- und Rikschafahrer gnadenlos ignorierte. Zum Glueck liess der Monsunregen schnell nach und der morgentliche Ausblick von unserem Balkon entschaedigte uns fuer saemtliche Unannehmlichkeiten.

Die Popularitaet von Varanasi liegt in den 80 treppenfoermigen Badestellen (Ghats) begruendet, an denen sich die Hindus mit dem Wasser des Ganges reinwaschen. Dies funktioniert allerdings nur im spirituellen Sinne, da an den Ghats auch heilige Kuehe herumplanschen und die Abwaesser der gesamten Stadt entsorgt werden. Noch erstrebenswerter als sich von ihren Suenden zu befreien ist es fuer Hindus in Varanasi zu sterben und an den Ghats verbrannt zu werden. Oeffentliche Leichenverbrennungen sind hier allgegenwaertig, werden rund um die Uhr durchgefuehrt und bescherten uns einen erneuten Kulturschock!

Pro Leichnam werden in etwa 200 Kg Holz benoetigt und nach zweistuendigem Brand muss ein Angehoeriger des Verstorbenen der Leiche den Schaedel aufschlagen, damit deren Seele ins Nirvana entweichen kann. Beckenknochen und Brustkorb brennen wohl schlecht, werden aber nach dreistuendigem Feuer mit der Asche trotzdem in den Ganges geworfen. Dies alles ist jedoch nicht unwirklicher als der Umgang mit verstorbenen Kindern, schwangeren Frauenleichen oder toten Moenchen, die nicht verbrannt werden duerfen und deshalb mit einem Stein am Fuss auf dem Grund des Ganges landen.