02 August 2007

varanasi (benares)

Indien. Varanasi ist die heiligste Stadt des Hinduismus und eine der aeltesten Metropolen der Welt. Seit mehr als 2500 Jahren pilgern Glaeubige nach Varanasi, dem ehemaligen Benares, und selbst heutzutage sind die westlichen Besucher den hinduistischen Pilgern zahlenmaessig weit unterlegen.

Bei unserer Ankunft begruesste uns Varanasi mit knietief ueberfluteten Gassen, in denen unser Taxifahrer die absaufenden Moped- und Rikschafahrer gnadenlos ignorierte. Zum Glueck liess der Monsunregen schnell nach und der morgentliche Ausblick von unserem Balkon entschaedigte uns fuer saemtliche Unannehmlichkeiten.

Die Popularitaet von Varanasi liegt in den 80 treppenfoermigen Badestellen (Ghats) begruendet, an denen sich die Hindus mit dem Wasser des Ganges reinwaschen. Dies funktioniert allerdings nur im spirituellen Sinne, da an den Ghats auch heilige Kuehe herumplanschen und die Abwaesser der gesamten Stadt entsorgt werden. Noch erstrebenswerter als sich von ihren Suenden zu befreien ist es fuer Hindus in Varanasi zu sterben und an den Ghats verbrannt zu werden. Oeffentliche Leichenverbrennungen sind hier allgegenwaertig, werden rund um die Uhr durchgefuehrt und bescherten uns einen erneuten Kulturschock!

Pro Leichnam werden in etwa 200 Kg Holz benoetigt und nach zweistuendigem Brand muss ein Angehoeriger des Verstorbenen der Leiche den Schaedel aufschlagen, damit deren Seele ins Nirvana entweichen kann. Beckenknochen und Brustkorb brennen wohl schlecht, werden aber nach dreistuendigem Feuer mit der Asche trotzdem in den Ganges geworfen. Dies alles ist jedoch nicht unwirklicher als der Umgang mit verstorbenen Kindern, schwangeren Frauenleichen oder toten Moenchen, die nicht verbrannt werden duerfen und deshalb mit einem Stein am Fuss auf dem Grund des Ganges landen.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

der bericht von varanasi ist wirklich ein kulturschock ! mapa

10:10  
Anonymous Anonym said...

Für uns kaum vorstellbar, wie es am Ganges zu geht! Ich bin schockiert und hätte ich es nicht selbst in einer Fernsehübertragung gesehen, hätte ich Zweifel an eurer Erzählung gehabt! Kulturschock-pur!!

11:50  

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